Sanierung Mischwassersammler in Cottbus

Erneuerung mit HOBAS NC Line Profilen

 

 

Die Sanierungsbedürftigkeit von Altkanälen stellt für jede Gemeinde und die zuständigen Abwasserbetriebe eine große Herausforderung dar. Viele der Kanäle wurden noch gemauert oder bestehen oft aus Steinzeug, Beton oder Stahlbeton. Doch auch der beste Kanal zeigt im Laufe seiner Nutzung Material-Ermüdungen und beginnt durchlässig zu werden. Hohe Instandhaltungskosten sind die Folge. Außerdem stellen Undichtheiten von Abwasserkanälen eine Gefahr für die Umwelt dar, denn austretende Stoffe können Erdreich und Grundwasser verunreinigen. Wenn nicht rechtzeitig saniert wird, steigen zusätzlich die Betriebskosten der Kläranlagen durch die zusätzliche Belastung von eindringendem Fremdwasser in die Kanalisation und Bodenausspülungen und –senkungen gefährden Gebäude.

Im brandenburgischen Cottbus sorgt die Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG (LWG) für die sichere Entsorgung des Abwassers von 130.000 Anwohnern. Das Kanalnetz umfasst ca. 900 km Leitungen, die das Abwasser zu 8 Kläranlagen transportieren. Eine der wichtigsten Aufgaben der LWG ist die Instandhaltung dieses Netzwerkes. Im Jahr 2013 musste man aufgrund von erheblichen bautechnischen Schäden durch Risse und Korrosion die Sanierung eines Beton-Mischwasserkanals aus dem 19. Jahrhundert in der Bautzener Straße vornehmen. Dieser dient als Hauptentwässerungskanal für den südlichen Teil von Cottbus und führt durch ein dicht besiedeltes und belebtes Gebiet.  Die Planung des Projekts mit einem Budget von ca. 1,2 Mio. EUR übernahm das Ing.-Büro Lug GmbH aus Cottbus. Mit der Sanierung wurde die Firma Aarsleff Rohrsanierung GmbH, Niederlassung Dresden (ehemals Insituform) beauftragt.

Nachdem die Sanierung mit bewehrtem Beton wegen der schlechten Substanz des Altkanals verworfen wurde, fiel die Wahl auf GFK-Rohre (glasfaserverstärkter Kunststoff) von HOBAS, die man bereits seit den 90er Jahren mit sehr guten Erfahrungen in Cottbus einsetzt. Die LWG legte bei der Entscheidung besonderen Wert auf die Langlebigkeit von GFK u.a. wegen der hohen Korrosionsbeständigkeit. Auch die guten hydraulischen Eigenschaften von GFK spielten bei der Auswahl eine große Rolle, weil die Rohrleitung dadurch sehr wartungsarm ist und somit Kosten spart. 

Ein Ausbau des alten Kanals wäre wegen der mit starken Verkehrsbeeinträchtigungen verbundenen aufwendigeren Umsetzung sowie den daraus resultierenden höheren Kosten nicht infrage gekommen. Im Zuge der Beratungen zur bestmöglichen Umsetzung der Sanierung unterstütze HOBAS das Projekt durch technische Betreuung. So entwarf man nach der Kalibrierung des Altkanals speziell für diese Baumaßnahme passgenaue Eiprofile, die dann später mittels Einzelrohrlining in den bestehenden Altkanal eigeschoben wurden. Bevor die Profile, welche gemäß den Qualitätskriterien der süddeutschen Kommunen gefertigt wurden,  zur Auslieferung kamen, wurden sie im HOBAS Werk geprüft und durch den Auftraggeber und das ausführende Unternehmen abgenommen.

Die Baubedingungen vor Ort waren vergleichsweise schwierig, da es sich um eine schmale  viel befahrene Straße handelt. Für die Profis von Aarsleff Rohrsanierung GmbH war dies kein Problem. Trotz beengter Verhältnisse musste die Straße während der gesamten Arbeiten nur einseitig gesperrt werden. Bei einer Neuverlegung im offenen Graben wäre eine Vollsperrung notwendig gewesen. Durch die eingeschränkten Lagermöglichkeiten vor Ort war man auf die gut koordinierte Just-in-Time Anlieferung durch HOBAS angewiesen. Dadurch benötigte man weniger Lagerplatz und konnte die Beeinträchtigung von Verkehr, Umwelt und Anrainern verringern. Nach der Kalibrierung des Kanals wurden Rohrverlegepläne mit der genauen Reihenfolge der Installation der GFK-Profile erstellt. Diese unterstützten die Arbeiten vor Ort maßgeblich. Damit die neuen Profile im alten Kanal zunächst in die eine und dann in die andere Richtung eingezogen werden konnten, wurden 2 verhältnismäßig kleine Baugruben mit einer Größe von 2 x 3,50 m errichtet. Diese nutze man als Zugang, um die neuen Profile herabzulassen und mit Hilfe eines Fahrwagens in den Kanal einzuschieben. Das relativ geringe Gewicht der GFK-Produkte erlaubte eine schnelle und leichte Verlegung. Insgesamt wurden 140 m des Altkanals mit GFK-Profilen der Maße 930 mm auf 1510 mm und 660 m mit den Maßen 800 mm auf 1330 mm saniert. 

Trotz des strengen Winters stellten die schwierigen Witterungsbedingungen für die Experten von Aarsleff keine große Hürde für die Sanierung dar. HOBAS GFK-Profile können auch bei niedrigen Temperaturen problemlos verlegt werden. Anfallende Laminierarbeiten und die abschließende Ringraumverfüllung verliefen ebenfalls optimal. Im Zuge der Arbeiten wurden zudem in 8 Schächten neue GFK-Bauwerke eingepasst, ohne dabei die alten Schächte entfernen zu müssen. Aufgrund der leichten Bearbeitbarkeit der HOBAS-Produkte und durch die langjährige Erfahrung von Aarsleff bei der Realisierung solcher Projekte konnten notwendige Anpassungsmaßnahmen vor Ort schnell und professionell durchgeführt werden. 

Nach der Sanierung wird die statische Belastung des Altkanals nun komplett von den neu eingebauten GFK-Bauteilen übernommen: eine Sanierung zum Neuzustand. Im Ergebnis ist der Kanal jetzt dauerhaft dicht, korrosionsbeständig, wartungsarm und langlebig. Die Abwässer der neu sanierten Leitung fließen am Ende der Bautzener Straße in den bereits 2008 mit HOBAS GFK-Rohren sanierten Kanal in der Straße der Jugend. Durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten die Bauarbeiten termingerecht und im vorgegebenen Kostenrahmen im April 2013 abgeschlossen werden. 

ebenfalls erschienen in: nodig-bau.de
(September 2013)



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